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Globales Chaos verschärft die Sicherheitslage
Risk Outlook 2025

KI-generiertes Bild: anantachai – stock.adobe.com
Die Welt zerfällt politisch und wirtschaftlich in Einzelteile – und das stellt Unternehmen und ihre Beschäftigten vor große Herausforderungen. So lässt sich der „Risk Outlook 2025“ auf den Punkt bringen. Der Report des Gesundheits- und Sicherheitsdienstleisters International SOS zeigt globale Trends zur Sicherheits- und Gesundheitslage auf, liefert zugleich auch Hinweise für Lösungsmöglichkeiten.
Text: Holger Toth (Redaktion)
AUF DEN PUNKT
- Neue „Weltunordnung“ führt zu erhöhtem Sicherheitsrisiko
- Politische Lage belastet Beschäftigte auch psychisch
- Unternehmen benötigen klare Strategie und gesicherte Informationen zum Aufbau von Resilienz gegen Krisen
MITARBEITERSICHERHEIT
Der „Risk Outlook“ beinhaltet fünf Prognosen für das kommende Jahr. Normalerweise. Dieses Mal ist der Ausblick anders und rückt für 2025 nur ein einziges Thema in den Fokus: die zunehmende Fragmentierung der Welt. Wolfgang Hofmann, Regional Security Manager für Deutschland und Österreich bei International SOS, spricht in diesem Zusammenhang von einer „neuen Weltunordnung“.
Die Entwicklung sei schon mindestens zehn bis fünfzehn Jahre zu beobachten gewesen, die Auswirkungen seien nun spürbar. „Neuwahlen in Frankreich, Neuwahlen in Deutschland – man muss nicht sehr weit schauen, um festzustellen, dass der Populismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, sagt Hofmann. „Damit müssen wir uns befassen, da bestehende Ordnungen angegriffen werden.“ Der Druck von Populisten führe dazu, dass sich Staaten immer mehr nach innen wenden. Die Folge sei zunehmender Protektionismus, was wiederum international agierende Unternehmen betreffe. Wobei sich der Zerfall auch auf lokaler Ebene in Bundesländern oder einzelnen Regionen zeige und Probleme mit sich bringe. „Die Länder fragmentieren sich auch intern“, fasst Hofmann zusammen.
Wirtschaftsunternehmen benötigen aber Stabilität. Die politische Situation wird daher mit großer Sorge betrachtet: Drei Viertel der im „Risk Outlook“ befragten Entscheidungsträger befürchten, dass politische und soziale Unruhen sowie Proteste im Jahr 2025 Auswirkungen auf ihr Unternehmen und die Beschäftigten haben werden. Kaum weniger – 74 Prozent – sorgen sich um die geopolitischen Spannungen in der Welt.
„Die Verflechtung der heutigen Risiken schafft ein Umfeld, in dem Bedrohungslagen schnell und unvorhersehbar eskalieren“, erklärt Wolfgang Hofmann. „Geopolitische Spannungen führen zu Unterbrechungen der Lieferketten und Cyberbedrohungen, während Fehlinformationen und Desinformationen zu Verunsicherung führen und das Vertrauen innerhalb von Unternehmen und über Grenzen hinweg untergraben.“
Die Risikowahrnehmung der Unternehmen ist auch deshalb – wenig überraschend – gleichbleibend pessimistisch. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen empfinden eine Erhöhung des Sicherheitsrisikos für ihre Mitarbeiter. Nur acht Prozent sagen, dass es gesunken ist.
MITARBEITERGESUNDHEIT
Die „Risk Outlook“-Macher haben nicht nur Auswirkungen der Dauerkrise auf die Sicherheit der Mitarbeiter, sondern auch auf deren psychisches Wohlbefinden festgestellt. Fast zwei Drittel der Befragten sehen in politischen Spannungen und damit verbundenen Ängsten ein Risiko für das Wohlbefinden der Beschäftigten, immerhin 45 Prozent nannten die Angst vor dem Klimawandel.
Die größten Risikofaktoren im medizinischen Bereich sind „Kopfsache“. 78 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass Stress und Burn-out in diesem Jahr Auswirkungen auf ihr Unternehmen und / oder ihre Mitarbeiter haben werden. 70 Prozent nannten allgemeiner die psychische Gesundheit. Dazwischen liegen die Auswirkungen der Lebenshaltungskostenkrise (75 Prozent).
„Zur Schaffung eines gesunden Arbeitsplatzes gehören auch der Schutz und die Förderung der psychischen Gesundheit“, sagt Dr. Stefan Eßer, Medizinischer Leiter Zentraleuropa bei International SOS. „Das hilft den Mitarbeitern nicht nur, diese Belastungen zu bewältigen, sondern erhöht auch das Engagement, die Produktivität und die Bindung an das Unternehmen – eine wesentliche Voraussetzung, um in einer sich rasch verändernden Welt zurechtzukommen.“
Infektionskrankheiten rangieren bei der Risikowahrnehmung nicht weit oben. „Wir sehen nach Corona eine gewisse Müdigkeit, sich dieses Themas schon wieder anzunehmen“, interpretiert Eßer die Umfrageergebnisse. Ins Bewusstsein der Unternehmen sei es aber vorgedrungen. Insgesamt fühlen sich die Unternehmen gut auf den Umgang mit bekannten Infektionskrankheiten (79 Prozent) und neuen Infektionskrankheiten beziehungsweise einer neuen Pandemie (69 Prozent) vorbereitet.
LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN
Immerhin: Aussichtslos und schutzlos sind Unternehmen der Weltlage nicht ausgeliefert. „Trotz der großen Herausforderungen können Unternehmen, die einen systematischen Ansatz zur Risikominderung verfolgen, ihre Mitarbeiter und ihren Betrieb schützen und ihre Resilienz in unsicheren Zeiten stärken“, sagt Wolfgang Hofmann. „Unternehmen müssen frühzeitig erkennen, ob sie selbst von Risiken und Krisen betroffen sind. Oder anders ausgedrückt: Sie müssen Signale im Rauschen suchen und finden.“
Mit dem Rauschen ist die Informationsflut gemeint, die aber auch Fehl- und Desinformationen enthält. 27 Prozent der Befragten berichten, dass ihr Unternehmen davon betroffen war, weitere 32 Prozent konnten diese Frage nicht beantworten – ein potenzieller blinder Fleck. Entscheidungsträger benötigen aber schnelle und verifizierte Informationen, die auf die spezifischen Risiken ihres Unternehmens zugeschnitten sind.
Außerdem betonen 64 Prozent der Befragten die steigenden Erwartungen der Mitarbeiter in Bezug auf die Fürsorgepflicht des Unternehmens. Diese Erkenntnis macht es unerlässlich, proaktive Gesundheits-, Sicherheits- und Schutzmaßnahmen in den Geschäftsbetrieb zu integrieren. Diese Investitionen sind entscheidend für die Bewältigung aktueller und neuer Risiken.
Der „Risk Outlook 2025“ im Internet
Für den „Risk Outlook“ griffen die Experten von International SOS auf die fortlaufende Beurteilung der weltweiten medizinischen Risiken und Risiken der Sicherheitssituation zurück. Außerdem wurden mehr als 800 Entscheidungsträger aus Unternehmen aus 96 Ländern befragt. Die erhobenen Informationen und Daten flossen in den Trendbericht ein. Interessierte können den Bericht kostenlos im Internet anfordern. Gleiches gilt für die „Risk Map“, die weltweite Risiken auf einer interaktiven Karte darstellt:
www.internationalsos.de/insights/risk-outlook-und-risk-map